Kreisverband Kurpfalz-Hardt
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- ARCHIV - 2013 - Jugend trifft Kretschmann


19.12.2013

Jugend trifft Kretschmann

Veranstaltung der Grünen Jugend Baden-Württemberg

Ein Bericht von unserem Mitglied Maximilian Himberger

Bild von M. Himberger

Neuer Politikstil

Am 7. Dezember 2013 lud die Grüne Jugend Baden-Württemberg junge politikinteressiere Menschen zu einer Diskussionsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann in die Landeshauptstadt Stuttgart ein. Zum ersten Mal stellte sich ein baden-württembergischer Ministerpräsident auf diese Art und Weise jungen BürgerInnen, um zu erfahren, was ihnen am Herzen liegt. Den Eröffnungsworten Kretschmanns zufolge ist dies Teil des neuen Politikstils, der „Politik des Gehört-Werdens“, den die Grün-Rote Landesregierung im bisher sehr schwarzen Baden-Württemberg etablieren will. Im Vorfeld der Veranstaltung konnte jeder per Internet oder direkt vor Ort im Club „Schocken“ seine Fragen direkt an den grünen Ministerpräsidenten richten. Die Themen der Gesprächsrunde bewegten sich dabei vor allem in den Feldern „Bildung“ und „Energie, Umwelt und Mobilität“.


Bildung und demographischer Wandel

Im Bereich der Bildung ist es Ministerpräsident Kretschmann besonders wichtig, dass Bildungserfolg und soziale Herkunft voneinander entkoppelt werden. Durch die Einführung der Gemeinschaftsschule als neue Schulform soll, wie es der Name schon vermuten lässt, durch ein gemeinsames Lernen von starken und schwachen SchülerInnen sowie mehr individueller Förderung und einen anderen Unterrichtsstil dieses Ziel erreicht werden. Dass im Rahmen der Ganztagesbetreuung, die ebenfalls mit der Gemeinschaftsschule eingeführt wird, künftig die Hausaufgaben wegfallen und durch eine gemeinsame Lernzeit in der Schule ersetzt werden, stieß bei den anwesenden SchülerInnen ganz besonders auf Zustimmung. Kritisiert wurde der Ministerpräsident allerdings für die geplante Streichung von Lehrerstellen. Hierzu erklärte er geduldig, dass durch den demographischen Wandel und dem damit verbundenen Rückgang der Schülerzahlen bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent der Lehrerstellen wegfallen, gestrichen werden aber nur zehn Prozent, wodurch also sogar noch mehr Lehrer im System bleiben, als eigentlich nötig.
Kontrovers diskutiert - „Schulfrei für die Bundeswehr“?


Kritik von Seiten Kretschmanns kam hingegen bezüglich der „Schulfrei für die Bundeswehr“ Aktion der Grünen Jugend auf, durch die die Jugendoffiziere der Bundeswehr aus den Klassenzimmern ferngehalten werden sollen. Für den Ministerpräsidenten gehört die Bundeswehr als parlamentarisch kontrollierte Armee in die Mitte der Gesellschaft, daher sollen auch den SchülerInnen im Unterricht deren Aspekte anschaulich durch die Jugendoffiziere dargebracht werden. Die verantwortlichen LehrerInnen müssen hierbei aber darauf achten, dass die entsprechenden Unterrichtsbesuche nicht zu einer Werbeveranstaltung für die Bundeswehr verkommen.

 

Energiewende darf nicht ins Stocken  geraten

Der Themenkomplex Energie, Umwelt und Mobilität wurde auch in dieser Diskussionsrunde maßgeblich vom Thema Energiewende bestimmt. Den anwesenden jungen Menschen war es vor allem wichtig, dass trotz der großen Koalition die Energiewende nicht ins Stocken gerät. Ministerpräsident Kretschmann versucht hierbei zu beruhigen, da zur Not noch die Möglichkeit besteht, durch die starke Beteiligung der Grünen im Bundesrat Einfluss auf die entsprechenden Gesetze zu nehmen. Im Bereich der Mobilität, so waren sich alle Anwesenden einig, muss die Verbreitung und die Etablierung von Elektroautos in unserer Gesellschaft noch weiter vorangetrieben werden. Die Landesregierung unterstützt dies auch mit politischen Mitteln. Ein ticketloser Nahverkehr, wie er beispielsweise von Tübingens grünem Oberbürgermeister Boris Palmer vorgeschlagen wurde, war Thema in der Diskussionsrunde. Dieser ist aber laut Ministerpräsident Kretschmann nur schwer durchzusetzen und bedarf vorerst erst noch einiger Modellprojekte, bevor man ihn flächendeckend einführen könnte.


Eine gelungene Veranstaltung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Veranstaltung der Grünen Jugend Baden-Württemberg absolut gelungen ist. Die weite Anfahrt aus dem Kreisverband Hardt hat sich dafür wirklich gelohnt. Eine Fortsetzung, auch eventuell mit anderen Politikern, wäre wünschenswert.

Maximilian Himberger

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