Kreisverband Kurpfalz-Hardt
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- ARCHIV - 2013 - Bericht über die KMV in Altlußheim


23.06.2012

Bericht über die KMV in Altlußheim

„Geriatrische Reha ist eine gesellschaftliche Aufgabe ersten Ranges!“, davon ist Adolf Härdle, Mitglied des Aufsichtsrats im GRN (Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises) überzeugt. Anlässlich der Kreismitgliederversammlung des grünen Kreisverbandes Hardt in Altlußheim informierte der Hockenheimer Kreisrat über die aktuelle Situation der Geriatrischen Rehakliniken im Rhein-Neckar-Kreis.

 

Kreisvorstandsmitglied Monika Schroth, Neulußheim, hatte die Versammlungsleitung inne und freute sich so zahlreiche Mitglieder und interessierte Zuhörer begrüßen zu können.

Schon obligatorisch bei den grünen Kreismitgliederversammlungen ist der Bericht aus dem Landtag, Der hiesige Landtagsabgeordnete der Grünen in Stuttgart, Manfred Kern, spannte einen weiten Bogen von der Diätenerhöhung über die Wiedereinführung der Verfassten Studentenschaft, dem vorläufig gescheiterten Filderdialog bis hin zu den zurückgehenden Schülerzahlen in den Werkrealschulen. In Bammental gebe es die erste Gemeinschaftsschule, informierte Kern. Auch in Sachen Integration würden enorme Anstrengungen unternommen. So werde die Residenzpflicht für Asylbewerber aufgehoben.

Mehrheitlich wurde nach intensiver Diskussion beschlossen auf eine Kreisgeschäftsstelle und eine Kreisgeschäftsführerstelle zu verzichten. Die vorhandenen finanziellen Ressourcen sollen in die inhaltliche Arbeit der Ortsverbände und der Arbeitskreise fließen. Stephanie Aeffner, Eppelheim, berichtete in einem weiteren Tagesordnungspunkt von dem Stand der Planungen für die nächste Regionalkonferenz. Als Delegierter für den Landessausschuss in Heilbronn wurde Adolf Härdle gewählt.

 

Seit 1989 sorgen in Baden-Württemberg Geriatrische Rehakliniken dafür, dass ältere Patienten direkt nach Krankenhausaufenthalten wieder ihre größtmögliche Selbstständigkeit gewinnen und eine Pflegebedürftigkeit vermieden wird, führte Kreisrat Adolf Härdle in das Thema „Qou vadis Geriatrische Rehabilitation“ ein.

 

Umfragen der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft zufolge arbeiten etwa 80 Prozent der Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg trotz guter Auslastung defizitär und sind von der Schließung bedroht. Auch bei einer nahezu hundertprozentigen Auslastung gelinge es nicht das jährliche Defizit in den Geriatrischen Einrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises zu vermeiden „Dies ist ein unhaltbarer Zustand, der nicht hingenommen werden kann“, teilten die interessierten Versammlungsteilnehmer die Auffassung des Referenten. Über 70-jährige Patienten nach Schlaganfall, mit Frakturerkrankungen, mit chronischen Erkrankungen sowie bei krankheitsbedingter verzögerter Rekonvaleszenz werden an den drei Klinikstandorten , sowohl in Weinheim wie auch in Schwetzingen und Sinsheim, behandelt. Die Verweildauer liege bei 21 Tagen, vier von fünf Alterspatienten könnten wieder in ihr gewohntes Leben zurückkehren. „Reha rechnet sich“, meinte Kreisrat Adolf Härdle. Allein, wenn es durch eine geriatrische Rehamaßnahme gelinge, eine Pflegebedürftigkeit in der Pflegestufe 1 für nur dreieinhalb Monate aufzuschieben, sei die Reha schon finanziert, rechnete Härdle vor. Die Grünen werden zur nächsten Aufsichtsrats-Sitzung das Thema zur Sprache bringen, auch die grüne Landtagsfraktion in Stuttgart sei aufgefordert worden ein Positionspapier zu entwickeln. Die Kassen müssen „Farbe bekennen“, ob sie weiterhin auskömmliche Vergütungssätze verweigern wollen, finanzielle Mittel seien jedenfalls, wie die Milliardenüberschüsse zeigten, vorhanden. Prognosen zufolge gebe es im Jahr 2050 fast viermal so viele 85-Jährige und Ältere wie heute. In Altlußheim beispielsweise steige der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung allein im Zeitraum2005 bis 2020 von 25,0 Prozent auf beachtliche 30,4 Prozent. Dies verdeutliche, meinte Härdle abschließend, dass das Thema uns alle angehe.

Adolf Härdle

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